Eine Reise mit Spirituosen in die verführerische Welt der Sinne

Grundlagen der Sensorik bei hochprozentigen Getränken

Sinneseindrücke – der Mensch empfindet in jeder Sekunde unzählige: Die Augen liefern uns ein visuelles Abbild der Realität. Die Nase versorgt uns mit Geruchseindrücken. Und unsere Zunge lässt uns die Welt der Geschmäcker kosten. Denn: Leben bedeutet empfinden – mit allen Sinnen!

Spirituosen liefern den menschlichen Sinnesorganen ein wahres Feuerwerk an Empfindungen. Sicher, auch chemische Analysen können hochprozentige Getränke beschreiben. Aber die menschlichen Sinne sind durch nichts zu ersetzen. Deswegen: Folgen Sie uns auf einer Reise durch die Welt der Spirituosensensorik – und Sie werden Ihre Empfindungen für Ihr Lieblingsgetränk besser verstehen.

Der Gesichtssinn

Er ist vielleicht der Menschen wichtigstes Gut: der Gesichtssinn. Egal wo und egal wann – wir schlagen die Augen auf und sehen unsere Umwelt. In diesem Fall sehen wir ein Glas unserer Lieblingsspirituose. Farbe und Konsistenz des Getränks, das sind die wichtigsten Eindrücke.

Sehen Sie ein Glas bernsteinfarbenen Whiskys vor sich oder einen kirschfarbenen Likör? Ist das Getränk flüssig oder cremeartig? Beschreiben Sie die Eindrücke Ihrer Augen. So verdeutlichen Sie sich die optische Erscheinung des leckeren Tropfens. Dabei vollbringen die Sehorgane eine wahre Meisterleistung. Denn zunächst fallen die Lichtstrahlen durch die Augenlinse auf die Netzhaut, die mit unzähligen lichtempfindlichen Sinneszellen ausgestattet ist. Von dort werden die Reize an das Gehirn transportiert und entschlüsselt – das Bild des Getränks entsteht.

Stellen Sie sich nun vor, das Licht würde für immer ausgeknipst. Bernsteinfarbene Whiskys oder kirschfarbene Liköre würden im Dunklen verschwinden. Sie sehen: Sehen ist für die Sensorik unverzichtbar.

Der Geruchssinn

Jetzt stehen uns 10 Millionen Helferlein zur Seite. Denn so viele Riechzellen hat der Mensch. Mit ihnen können wir rund 3.000 verschiedene Gerüche unterscheiden – auch den spezifischen Geruch der von Ihnen favorisierten Spirituose. Besonderes Kennzeichen des Geruchssinns: Er ist ein Fernsinn. Genau wie mit den Augen, können wir mit der Nase Eindrücke bereits aus der Ferne wahrnehmen, im Gegensatz etwa zum Geschmacks- oder Tastsinn.

Dabei ist die Nase selbst nur das Tor zur Duftwahrnehmung: Gerüche werden erst an der höher gelegenen Riechschleimhaut registriert. Von dort werden sie in das limbische System des Gehirns weitergeleitet, wo uns dann die Duftnote bewusst wird. Um eine Substanz riechen zu können, muss sie "flüchtig" sein, das heißt sie muss Moleküle an die Luft abgeben.

Dies trifft auf alle Spirituosen zu. Deswegen: Schwenken Sie das Glas und nehmen Sie einen tiefen Zug mit Ihrer Nase. Lassen Sie den Sinneseindruck auf sich wirken und versuchen Sie die Empfindung zu beschreiben. Duftet das Getränk holzig, zedernartig, süßlich, malzig oder oder oder? Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass Sie sich deutlich machen: "Darum kann ich meine Lieblingsspirituose gut riechen!"

Der Geschmackssinn

Und jetzt wird es richtig lecker! Nehmen Sie einen Schluck. Und Sie werden feststellen: Die 2.000 Geschmacksknospen Ihrer Zunge erkennen den Geschmack des Getränks. Dabei übermitteln die Zungenspitze und der vordere seitliche Zungenrand die Eindrücke süß und salzig. Sauer wird hauptsächlich an der Zungenseite wahrgenommen und bitter am hinteren Zungengrund. Und auch hier hilft die Beschreibung des Geschmacks, die Spirituose besser kennenzulernen.

Sehen Sie! Riechen Sie! Schmecken Sie! Wenn Sie sich der drei wichtigsten Sinneseindrücke bewusst sind, werden Sie Spirituosen doppelt genießen. Gerade bei der Spirituosensensorik gilt: Probieren geht über Studieren!