Alkohol- und Gesundheitspolitik

Deutsche Aktivitäten – "Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung" des BSI (Stand: Geschäftsbericht 2011/2012 vom Mai 2012)


Die Hersteller und Importeure alkoholhaltiger Getränke und ihre Verbände setzen sich sowohl in Deutschland als auch in der EU für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol ein. So sehr alkoholhaltige Getränke als Genussmittel fester Bestandteil der westlichen Kulturgeschichte und Tradition sind, so sehr dürfen die Gefahren des Alkoholmissbrauchs nicht unterschätzt werden. Eigenverantwortung und Risikokompetenz sind die zentralen Aspekte für einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken. Daher muss es Ziel sein, eine an den Ursachen des Alkoholmissbrauchs orientierte Politik durchzuführen. Dies setzt einen offenen und auf Fakten beruhenden Dialog aller relevanten gesellschaftlichen Gruppen voraus.

Die deutschen Hersteller und Importeure von alkoholhaltigen Getränken des BSI stellen sich seit Jahrzehnten ihrer Verantwortung durch verschiedene Institutionen.

Im Herbst 2005 hat der BSI den "Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung (AAuV)" ins Leben gerufen, der sich zum Ziel gesetzt hat, den verantwortungsvollen Konsum von alkoholhaltigen Getränken zu fördern und zu unterstützen sowie zur Bekämpfung von Missbrauch beizutragen (Grundsatzpapier des BSI – 3. Auflage: August 2010): Er unterstützt und initiiert Präventionsmaßnahmen, mit denen über den vernünftigen Alkoholkonsum bzw. über die schädlichen Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs informiert wird. Des Weiteren setzt er sich zum Ziel, eine verantwortungsvolle Produktkommunikation im Rahmen der bestehenden Selbstregulierungsmechanismen – insbesondere zur Werbung – (vgl. Informationen zu den "Freiwilligen Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke" und zu der so genannten "CEPS-Charter") sowie durch zusätzliche Selbstregulierungen des BSI (u. a. gegen "Flatrate"-Trinken), etc. zu fördern. Überdies hat er die Verbraucherinformation umfassend im Internet ausgebaut.

Die Aktivitäten des "AAuV" werden von einer Vielzahl unabhängiger wissenschaftlicher Experten mitbegleitet und unterstützt.

Die Arbeit des "AAuV" basiert damit auf drei "Säulen":
1. Präventionskampagnen,
2. Selbstregulierungen,
3. Verbraucherinformation.

1. Zu den Aktivitäten des "AAuV" gehören aktuell folgende Präventionsmaßnahmen ("erste Säule”):

1.1 Präventionskampagne "Klartext reden!"

Im Dezember 2005 startete der BSI die bundesweite Eltern-Präventionsinitiative "Klartext reden!". Die Initiative "Klartext reden!" wurde vom "AAuV" des BSI initiiert und von unabhängigen Wissenschaftlern in Kooperation mit dem BundesElternRat ins Leben gerufen, um die Alkoholprävention in Familien zu unterstützen. Die Bestandteile der Initiative sind eine Broschüre, ein begleitender Internetauftritt (www.klartext-reden.de) sowie als Hauptbestandteil ein Workshop-Angebot für Eltern und Erziehungsberechtigte. Die Workshops werden von erfahrenen Psychologen und Suchtexperten geleitet mit dem Ziel, Eltern ihre wichtige Rolle bei der Entstehung von Konsummustern zu verdeutlichen. Seit März 2010 können sich Eltern im Rahmen eines Online-Trainings ebenfalls Rat einholen (www.klartext-elterntraining.de). Hierbei erhalten Eltern individuelle Erziehungstipps – in vier verschiedenen Kursen, je nach Alter des Kindes – wie sie am besten mit ihren Kindern über das Thema der alkoholhaltigen Getränke sprechen können. Am Ende des Kurses steht abschließend ein Multiple-Choice-Test – hierbei können sich Eltern einen individualisierten Leitfaden downloaden. Von Seiten der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, wird das Eltern-Training mit einem persönlichen Vorwort an alle Teilnehmer begrüßt.

Zusätzlich konnte das "Klartext-Elterntraining" erfolgreich auf dem "Deutschen Bildungsserver" (www.bildungsserver.de) als Weiterbildungsmaßnahme für Eltern implementiert werden. Dabei ist der "Deutsche Bildungsserver" ein inhaltlich auf Bildung spezialisierter Web-Server im Internet und bietet nicht nur für Ausbilder/in und Lehrer/in, sondern auch für Eltern Informationsmaterialien und Weiterbildungsmöglichkeiten an.

Im Rahmen der Initiative "Klartext reden!" ergaben sich eine Vielzahl von Schirmherrschaften über das Projekt "Klartext reden!", so z. B.:

  • Am 15. Mai 2006 übernahm der Gesundheitsminister, Gerry Kley, die erste Schirmherrschaft über das Projekt "Klartext reden!" in Sachsen-Anhalt.
  • Seit 2007 findet überdies eine Vielzahl von Regional-Kooperationen unter politischen Schirmherrschaften statt: u. a. in Bayern (Neustadt an der Aisch, Aschaffenburg, Landkreis Kitzingen, Coburg), in Baden-Württemberg (Stuttgart, Landkreis Main-Tauber, Landkreis Neckar-Odenwald), in Rheinland-Pfalz (Koblenz, Mayen-Kreis, Landkreis Mayen-Koblenz), und in Hessen (Rheingau-Taunus-Kreis) sowie in Nordrhein-Westfalen (Krefeld, Bonn), Sachsen etc.
Am 20. September 2006 wurde eine erste Evaluierung der Initiative "Klartext reden!" in einer Pressekonferenz u. a. mit folgenden Ergebnissen veröffentlicht:

  • "Die zweistufige Evaluierung der Initiative "Klartext reden!" belegt eindeutig, dass die Initiative zur Unterstützung der Alkoholprävention in Familien alle Ziele erreicht, die sich die Wissenschaftler bei der Entwicklung gesteckt hatten. Die Initiative bringt Eltern und Kinder nachhaltig zum Thema "alkoholhaltige Getränke" ins Gespräch und hilft, Grenzen zu setzen.
  • 85 % der Teilnehmer führten im Anschluss an den Eltern-Workshop auch tatsächlich ein Gespräch zum Thema "alkoholhaltige Getränke" mit ihren Kindern.
  • Die Workshops gaben den Eltern insgesamt mehr Erziehungskompetenz und Selbstvertrauen, um ihrer wichtigen Vorbildrolle gerecht zu werden.
Die Eltern-Präventionsinitiative "Klartext reden!" ist auch in der Projektdatenbank des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Dezember 2011 hinterlegt (www.jugendschutzaktiv.de).

Bilanz – Stand: März 2012

Eltern-Workshops:
  • 162 durchgeführte Workshops seit Start der Initiative
  • insgesamt über 4.700 Teilnehmer in allen bisherigen Workshops

Drucksachen:
  • ca. 50.000 Broschüren wurden seit Start der Initiative gestreut
  • Neudruck von 10.000 Broschüren Anfang 2011 Eltern-Training www.klartext-elterntraining.de (online seit März 2010) bis März 2012:
  • rund 13.928 Teilnehmer
1.2 Präventionsinitiative "Schulungsinitiative Jugendschutz – kurz: SchuJu – Alkoholabgabe mit Verantwortung für die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeiter/innen in Handel, Tankstellen, Gastronomie, Hotels und Gaststätten":

Im Oktober 2007 hat der "AAuV" des BSI die vorgenannte Präventionsinitiative "Schulungsinitiative Jugendschutz (SchuJu)" ins Leben gerufen. Dabei ist es das Ziel, die konsequente Umsetzung des Jugendschutzes in Bezug auf die Abgabe von alkoholhaltigen Getränken weiter zu verbessern. Die "SchuJu" richtet sich an zwei Zielgruppen: Zum einen an Auszubildende und Mitarbeiter/innen der Branchen Gastronomie, Handel, Hotel und Tankstellen und zum anderen an Lehrkräfte in Berufsschulen und anderen betrieblichen Ausbildungsbereichen und Institutionen. Zielsetzung der Initiative ist eine praxisnahe Einbindung des
Themas "Jugendschutz" in die Ausbildung und die konsequente Umsetzung des Jugendschutzgesetzes bei der täglichen Arbeit. Die Initiative umfasst Schulungsunterlagen, Broschüren, eine Barkarte und eine Alterskontrollscheibe sowie einen Internetauftritt/WBT (www.schu-ju.de, www.schuju-training.de).
Die "SchuJu" wird aktuell von insgesamt 15 Kooperationspartnern aus den Bereichen Gastronomie, Handel, Hotel und Tankstellen unterstützt:

  • Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen e. V. (BLBS),
  • Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e. V. (DEHOGA Bundesverband),
  • Handelsverband Deutschland e. V. (HDE),
  • Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e. V. (BVL),
  • Deutsche Barkeeper-Union e. V. (DBU),
  • Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V. (DIHK),
  • Bundesverband freier Tankstellen e. V. (bft),
  • Bundesverband Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche Deutschland e. V. (BTG – Minden),
  • Zentralverband des Tankstellengewerbes e. V. (ZTG),
  • Mineralölwirtschaftsverband e. V. (MWV),
  • UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V.,
  • Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG),
  • Deutsch-Österreichischer Tankstellenverband e. V. (DÖT),
  • Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e. V. (BV GFGH),
  • Tankstellengewerbe Bayern.
Überdies wird "SchuJu" unterstützt von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, die ergänzende Trainingsmodule zum Thema "Jugendschutz" und "Alkoholabgabe" anbietet (www.alkohol-abgabe-trainer.de). Die Materialien der Initiative werden im Rahmen der Zusammenarbeit (ca. 100.000 Broschüren und Barkarten) in Bayern, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen über die Polizeien der Länder breit gestreut.

Im Dezember 2008 erfolgte eine erste Pressekonferenz mit der ehemaligen Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing. Im Februar 2010 wurde in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, die bisherige Arbeit des "AAuV" des BSI bezüglich der "SchuJu" zusammen mit den Kooperationspartnern vorgestellt: Mit über 31.000 bestandenen "SchuJu"-Zertifikaten seit Beginn der Initiative zogen alle Beteiligten eine positive Jahresbilanz zur "SchuJu". Die Drogenbeauftragte sprach sich im Rahmen der Pressekonferenz noch einmal ausdrücklich für die Initiative aus und begrüßte das Engagement der Wirtschaftsverbände für eine weitere Verbesserung des Jugendschutzes. Der BSI plant eine neue Pressekonferenz zur "SchuJu" im Sommer 2012.

Seit Dezember 2011 ist das Projekt "SchuJu" in die Projektdatenbank des BMFSFJ aufgenommen worden: www.jugendschutzaktiv.de.

Das internetgestützte "SchuJu"-Training (WBT) ist überdies Bestandteil des "Aktionsplans Jugendschutz der Tankstellen". Die "SchuJu" ist auch wichtiger Bestandteil im Rahmen des "Aktionsleitfadens des Handels zur Sicherung des Jugendschutzes" des Handelsverbandes Deutschland, der 2010 zur Sicherung des Jugendschutzes mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung vereinbart wurde. Mit gezielten Personalschulungen und umfassenden Ausweiskontrollen will der Handel einen wichtigen Beitrag bei der verantwortungsvollen Abgabe alkoholhaltiger Getränke leisten.

Bilanz – Stand: März 2012
Drucksachen:
  • 201.000 Broschüren für Handel, Gastronomie und Tankstellen
  • 50.000 Barkarten
  • 11.000 Alterskontrollscheiben für Kassenpersonal
Webseite www.schu-ju.de (inkl.WBT):
Registrierung für das Online-Training (WBT): rund 111.000,
Anzahl der Nutzer mit bestandenem Zertifikat: rund 98.000

1.3 Präventionsinitiative "Verantwortung von Anfang an! – Leitfaden für den Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in Schwangerschaft und Stillzeit":

Anfang 2009 hat der "AAuV" des BSI die Broschüre "Verantwortung von Anfang an! – Leitfaden für den Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in Schwangerschaft und Stillzeit" – mit wissenschaftlicher Unterstützung der Klinik und Poliklinik für Kinderund Jugendmedizin des Universitätsklinikums Münster und der FAS-Ambulanz der Tagesklinik Walstedde – entwickelt und herausgegeben.
Ziel der Broschüre ist es, in klarer und übersichtlicher Form über das "Fetale Alkoholsyndrom (FAS)" zu informieren und Tipps zu geben, wie schwangere und stillende Frauen auf alkoholhaltige Getränke konsequent verzichten können. Dabei spielt auch das Umfeld eine wichtige unterstützende Rolle. Die Broschüre richtet sich daher auch an die angehenden Väter, Freunde und Kollegen, die eine schwangere Frau niemals zum Trinken auffordern sollten. Ein begleitender Internetauftritt der Initiative, bei dem sich werdende Eltern neben relevanten Informationen auch online praxisnahe Expertentipps zum Thema "Alkohol in der Schwangerschaft" einholen können, ist seit Dezember 2010 unter "www.verantwortung-von-anfang-an.de" online.

Sabine Bätzing, ehemalige Drogenbeauftragte der Bundesregierung, begrüßte die Initiative und richtete sich mit einem Grußwort in der Broschüre direkt an Schwangere und stillende Mütter. Die amtierende Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, begrüßt die Initiative des "AAuV" ebenfalls und richtet sich mit einem Grußwort direkt an Schwangere und stillende Mütter.

Folgende Parlamentarische Staatssekretär/innen im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützen die Initiative mit einem Eltern-Brief an die zukünftigen Eltern:
  • Ursula Heinen-Esser (2009),
  • Julia Klöckner (2010),
  • Peter Bleser (2011 und 2012).
Im vierten Jahr nach Start der Initiative wird die Broschüre ab April 2012 in einer Neuauflage erneut über die gynäkologischen Praxen parallel zum Mutterpass an schwangere Frauen abgegeben. In der "LetsFamily-Geschenktasche 1" und der "Happy Mom-Tasche" – in Kooperation mit dem Berufsverband der Frauenärzte e. V., München – erreicht die Broschüre die Zielgruppe in einem attraktiven Umfeld zusammen mit anderen relevanten Informationen und Produkten für schwangere Frauen. In den Jahren 2009, 2010 und 2011 sowie 2012 wurden und werden insbesondere über gynäkologische Praxen, aber auch Schwangerschafts-Beratungsstellen, Hebammen-Verbände, etc. insgesamt 15.000 Informations-Pakete (Plakate und Broschüren) sowie rund 1,4 Mio. Broschüren an schwangere Frauen weitergeleitet.

Bilanz – Stand: März 2012
Drucksachen:
  • bis 12/2011 Verteilung von ca. 1 Mio. Broschüren – überwiegend in der "LetsFamily-Geschenktasche 1" über die gynäkologischen Praxen
  • bis Jahresende 2012 ist Verteilung von rund 1,4 Mio. Broschüren insgesamt geplant
  • zusätzliche Verteilung von insgesamt 11.000 Informations-Paketen (mit Plakaten und Broschüren) bis Ende 2011
  • bis Jahresende 2012 ist Verteilung von insgesamt rund 15.000 Informations-Paketen geplant
1.4 Präventionsinitiative "Hinsehen, Zuhören, Ansprechen! – Alkohol am Arbeitsplatz – Ein Leitfaden für die kollegiale Hilfe":

Der "AAuV" des BSI hat im März 2009 die Broschüre "Hinsehen, Zuhören, Ansprechen! – Alkohol am Arbeitsplatz – Ein Leitfaden für die kollegiale Hilfe" (in der 2. Auflage) herausgegeben. Diese Broschüre wurde in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) Mannheim erstellt. Ziel der Broschüre ist es, den Mitarbeiter/innen und Arbeitnehmer/innen Tipps und Hilfestellungen zu geben, wie sie in ihrem täglichen Berufsleben mit dem Thema "alkoholhaltige Getränke" richtig umgehen und auch entsprechende Verantwortung übernehmen können.

Bilanz – Stand: 2011
Drucksachen:
  • 10.000 Broschüren "Hinsehen, Zuhören, Ansprechen!" produziert in 02/2009 (2. Auflage)
1.5 Präventionsinitiative "DON’T DRINK AND DRIVE (DDAD)":

Bereits seit 1993 besteht die Initiative "DON’T DRINK AND DRIVE (DDAD)" und ist damit eine der ältesten fortlaufenden Verkehrssicherheitsinitiativen in Deutschland. Damit leisten die Spitzenverbände der Branchen Bier, Wein, Sekt und Spirituosen einen gemeinsamen Präventionsbeitrag zur Reduzierung alkoholbedingter Unfälle in Deutschland – Bezug nehmend auf das Inkrafttreten des gesetzlichen Alkoholverbots für Fahranfänger/innen. Das Ziel der Initiative "DDAD" ist es, die Zahl der alkoholbedingten Unfälle weiter zu reduzieren. Die Initiative richtet sich vor allem an junge männliche Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren. Diese sind laut Unfallstatistik überproportional an Autounfällen beteiligt.

Seit dem Relaunch der Initiative "DDAD" seit August 2007 umfasst die Initiative den Internetauftritt "www.ddad.de", Mitmach-Pakete für Gastronomiebetriebe (bestehend aus Barschürzen, Aufklebern, Bierdeckeln und Plakaten), Plakate und als Event-Komponent die "DON’T DRINK AND DRIVE-Party Patrol". Die Initiatoren der Initiative "DDAD" unterzeichneten im August 2008 die European Road Safety Charter (ERSC) und unterstützen damit das Ziel, die jährliche Zahl der Verkehrstoten in Europa auf 25.000 zu senken. Im Frühjahr 2011 erfolgte insofern eine weitere Verlängerung des Commitments für weitere drei Jahre. Im Jahr 2011 fanden im Rahmen einer Länderkooperation in Hessen neun Einsätze der "Party Patrol" unter Schirmherrschaft des Hessischen Ministers der Justiz, für Integration und Europa sowie Stellvertretenden Ministerpräsidenten, Jörg-Uwe Hahn, und des Landespräventionsrats Hessen statt. Im Jahr 2012 wird eine Länderkooperation voraussichtlich mit Bayern durchgeführt.

Seit 2010 gibt es eine App in Verbindung von "DDAD" und "fair-TAXI".

Bilanz – Stand: März 2012
Initiativen-Material:
  • 342 Mitmach-Pakete wurden auf Anfrage verschickt (mit Barschürzen, Plakaten, Bierdeckeln und Aufklebern) "Party Patrol"-Events
  • J- 38 Events der "DON’T DRINK AND DRIVE-Party Patrol".
2. Selbstregulierungen

Folgende Selbstregulierungen im Rahmen des "AAuV" des BSI werden erfolgreich umgesetzt:

2.1 Selbstregulierung der kommerziellen Kommunikation des Deutschen Werberats:

Der BSI plant bei Aktualität und Notwendigkeit – nach Abstimmung und im Einvernehmen mit seinen Mitgliedsfirmen – die nachhaltige Entwicklung der bestehenden und eventuell neuen Selbstregulierungen.

Die freiwillige Selbstkontrolle in Bezug auf die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke funktioniert in Deutschland beispielhaft: Die von den Mitgliedern des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft e. V. (ZAW) entwickelten so genannten "Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke" stellen ein – mittlerweile auch international – anerkanntes Instrument im Bereich der freiwilligen Werbeselbstkontrolle dar. Damit übernehmen Alkoholwirtschaft, Handel, Agenturen und Medien – über den Bereich staatlicher Rechtsetzung hinaus – aktiv Verantwortung für ein geordnetes Werbeverhalten: Bürger/innen sollen sich auch gegen Inhalte der Werbung wehren können, wenn die Anzeigen, Plakate, Spots oder andere Formen der kommerziellen Kommunikation (z. B. Sponsoring-Maßnahmen, Werbemaßnahmen am "Point of Sale", Online-Werbung, etc.) rechtlich nicht zu beanstanden sind, aber als kritisch/kritikwürdig vom Verbraucher, von den Bürger/innen empfunden werden. Die Verhaltensregeln werden durch den Deutschen Werberat effektiv überwacht. Die aktuellen Verhaltensregeln umfassen verschiedene Themenfelder – u. a. soll die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke:

  • keine trinkenden Kinder, Jugendliche, Leistungssportler, Fahrzeugführende oder Personen des Heilgewerbes zeigen,
  • Kinder und Jugendliche nicht zum Alkoholkonsum auffordern und auch nicht in Medien erfolgen, deren redaktioneller Teil sich mehrheitlich an Kinder oder Jugendliche richtet,
  • weder über Trikotwerbung bei Kinder- und Jugendmannschaften erfolgen, noch über Werbe- und Sponsoringmaßnahmen, die im direkten Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen stehen,
  • nicht zu missbräuchlichem Alkoholkonsum auffordern,
  • keine Aussagen zur Beseitigung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten enthalten,
  • hohen Alkoholgehalt nicht besonders herausstellen,
  • keine Wirkung nahe legen, die auf die Beseitigung oder Überwindung psychosozialer Konflikte oder der physischen Leistungsfähigkeit abstellt,
  • keine Personen zeigen, die nicht mindestens – auch vom optischen Eindruck her – junge Erwachsene sind.
    (Vergleichen Sie diesbezüglich auch die vom Deutschen Werberat in deutscher und englischer Sprache herausgegebenen "Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke" in der Fassung vom April 2009 unter www.werberat.de.)
Der Deutsche Werberat hat 2009 den Dialog mit gesellschaftlichen Gruppen intensiviert. Das Gremium steht – im Rahmen der "Konferenz Werbung und Gesellschaft" – allen interessierten Kreisen mit jährlichen Veranstaltungen für einen offenen Gedankenaustausch zur Verfügung. Das jeweilige Konferenzthema wird dabei anlassbezogen bestimmt. Seit Mai 2009 können darüber hinaus Unternehmen ihre kommerzielle Kommunikation im Vorfeld der Veröffentlichung freiwillig beim ZAW überprüfen lassen. Damit hat die deutsche Werbewirtschaft die bisherige Struktur der gemeinsam organisierten Selbstverantwortung um ein zusätzliches Element erweitert.

2.2 Selbstregulierung des BSI zur Verpflichtung, in der kommerziellen Kommunikation nur Personen über 25 Jahre darzustellen

Gemäß den Leitlinien des europäischen Dachverbandes, der CEPS, und der so genannten CEPS Charter hat sich der BSI ab Februar 2009 verpflichtet, folgende Regelung zusätzlich in sein Grundsatzpapier aufzunehmen und durch Prüfung der Altersangaben zu kontrollieren:

"Ergänzend zu den freiwilligen Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke verpflichten sich die Mitgliedsunternehmen des BSI, nur Models und Schauspieler ab einem Mindestalter von 25 Jahren für Maßnahmen der kommerziellen Kommunikation einzusetzen."

2.3 Distanzierung des BSI von so genannten "Flatrate"- und "All-you-can-drink"-Angeboten

Der BSI distanziert sich seit April 2007 entschieden von so genannten "Flatrate"- oder "All-you-can-drink"-Angeboten und fordert sowohl die Diskotheken als auch die Gastronomien zum Verzicht auf preisaggressive Dumping-Angebote für alkoholhaltige Getränke auf. Weiterhin verpflichten sich die Mitgliedsunternehmen des BSI "durch konsequente Maßnahmen im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten auf solche Diskotheken und gastronomische Betriebe einzuwirken, die zum Missbrauch verleitende Angebote mit ihren Produkten unterbreiten, mit dem Ziel, diese Angebote einzudämmen". Dazu gehört u. a. auch die Schulung der Vertriebsmitarbeiter (erstmals im Juni 2007), um diese für eine verantwortungsbewusste Vermarktung von alkoholhaltigen Getränken zu sensibilisieren. Die Einhaltung dieser Selbstverpflichtung überwacht der BSI intern.

2.4 Selbstregulierung gegen bestimmte "Namings and Packagings"

Der BSI hat seit August 2008 in sein Grundsatzpapier eine Selbstregulierung dahingehend aufgenommen, dass bestimmte Namen und Verpackungen innerhalb des Angebots von Spirituosenprodukten der Mitglieder des BSI in Zukunft ausgeschlossen werden. Zu diesen Verpackungen gehören u. a. Tuben sowie Sprays und zu den Namen u. a. negative Wortbeispiele, die u. a. Kinder beeinflussen könnten. Die Kontrolle erfolgt hierbei direkt von Seiten des BSI.

2.5 Selbstregulierung bezüglich Responsible Drinking Message

Seit April 2009 steht den Mitgliedsunternehmen des BSI das Hinweis-Logo "Massvoll-geniessen.de" mit hinterlegter Internetseite "www.massvoll-geniessen.de" als "Responsible Drinking Message (RDM)" zur Einbindung auf Werbemaßnahmen zur Verfügung. In diesem Zusammenhang wollen die Mitglieder des BSI in mindestens 70 % ihrer TV- und Printwerbungen eine "Responsible Drinking Message" aufbringen.

2.6 Selbstregulierung bezüglich 70/30-Regel bei der Werbung

Die Mitgliedsunternehmen des BSI verpflichten sich, kommerzielle Kommunikation nur in solchen Printmedien oder Radio- und Fernsehprogrammen zu zeigen, die sich bekanntermaßen zu mindestens 70 % an Erwachsene über 18 Jahre richten. Die kommerzielle Kommunikation sollte nicht in Medien oder bei Veranstaltungen gezeigt werden, bei denen mehr als 30 % der Zielgruppe Minderjährige sind.

3. Verbaucherinformationskampagne ‚Maßvoll genießen!’

Laut Vorgaben der CEPS Charter des europäischen Dachverbandes des BSI haben alle europäischen Verbände bis zum Jahr 2010 ca. 75 % aller Maßnahmen der kommerziellen Kommunikation mit so genannten "Responsible Drinking Messages (RDM)" zu versehen. Gleichzeitig sieht die CEPS die Einrichtung nationaler Verbraucherinformations-Websites vor.

Der BSI leistet seit April 2009 mit dem neuen Hinweis-Logo und der hinterlegten Internetseite "www.massvoll-geniessen.de" einen weiteren wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Information der Verbraucher.

Das Logo steht den Mitgliedsunternehmen des BSI zur Einbindung auf Werbemaßnahmen zur Verfügung. Ziel ist es, die Verbraucher für einen maßvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit alkoholhaltigen Getränken zu sensibilisieren.

Der begleitende Internetauftritt www.massvoll-geniessen.de informiert Verbraucher umfassend zum Thema "Verantwortungsbewusster Konsum von alkoholhaltigen Getränken". Dabei stehen neben Informationen zum Jugendschutz auch klare Empfehlungen zum Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in bestimmten Situationen im Fokus, z. B. im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz, während Schwangerschaft und Stillzeit, beim Sport und bei der Medikamenteneinnahme. In dem Internet-Portal www.massvoll-geniessen.de werden sämtliche Informationsmaterialien der Maßnahmen des "Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung" als Downloads zur Verfügung gestellt.

Das Konzept geht vom Leitbild des mündigen Verbrauchers aus, der ein Recht auf umfassende Informationen hat, aber auch gleichzeitig das Recht auf eine freie, selbstbestimmte Entscheidung für sich in Anspruch nehmen darf.

4. Corporate Social Responsibility (CSR)

4.1 Zweiter CSR-Bericht des "Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung" des BSI

Der "AAuV" des BSI wurde im Januar 2005 als Gremium des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen- Industrie und -Importeure e. V. auf Basis des Grundsatzpapiers "Alkohol und Verantwortung" ins Leben gerufen.

Das Gremium befasst sich seither mit den so genannten "nicht kommerziellen" Aufgabenstellungen des BSI, um den verantwortungsvollen Konsum von alkoholhaltigen Getränken sowie die Reduktion des missbräuchlichen Alkoholkonsums zu fördern. Diese Ziele sollen durch Präventions-, Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen sowie effektive Selbstregulierungen der Mitgliedsfirmen des BSI erreicht werden.

Allen Aktivitäten liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Unternehmen der Branche im gesamtgesellschaftlichen Kontext eine aktive Mitverantwortung dafür tragen, dass die Verbraucher mit ihren Produkten sachgemäß und gesundheitsverträglich umgehen. Alkoholhaltige Getränke sind feste Bestandteile unserer Kultur. Um alkoholhaltige Getränke genussvoll und gesundheitsverträglich konsumieren zu können, sind Genuss in Maßen und Verzicht in bestimmten Situationen angezeigt.

Der BSI will einen nachhaltigen Beitrag leisten, damit der mündige und informierte Verbraucher selbst entscheiden kann, welches das richtige – also gesundheitsverträgliche und risikoarme – Maß für ihn ist und in welchen Situationen er besser ganz auf Alkohol verzichten sollte.

Indirekt unterstützen alle Mitgliedsunternehmen des BSI den "Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung". Die verschiedenen Präventionskampagnen des "Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung" werden inhaltlich und projektbezogen von unterschiedlichen unabhängigen wissenschaftlichen Experten (insbesondere Medizinern, Psychologen und Pädagogen) geprüft und mit begleitet.

Mit den CSR-Berichten des "Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung" gibt der BSI Analysen über die bisherigen Aktivitäten des "AAuv" und wird diese auch zukünftig dokumentieren. Der BSI freut sich besonders über die Vielzahl der engagierten Kooperationspartner aus Unternehmen, Verbänden und Organisationen, aus den zuständigen Landes- und Bundesministerien und aus der Wissenschaft. Denn die Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit alkoholhaltigen Getränken ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die in enger Partnerschaft gemeinsam mit allen betroffenen Gruppierungen gelöst werden kann.

4.1 CSR-Germany

Deutsche Unternehmen – auch die Mitgliedsunternehmen des BSI – übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und stellen sich den ökonomischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen der globalisierten Wirtschaft.

Die beiden Spitzenorganisationen der deutschen Wirtschaft, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), stellen der Öffentlichkeit ein Internetportal www.csrgermany.de zur Verfügung, um das umfangreiche und vielfältige Engagement der Unternehmen darzustellen, ein Netzwerk der CSR-Akteure zu schaffen und den Erfahrungsaustausch zu fördern. Besonders kleine und mittlere Unternehmen erhalten anhand praktischer Beispiele Anregungen für ihre eigenen CSR-Aktivitäten und können sich mit ihren Initiativen präsentieren sowie vertiefende Informationen erhalten. Auf CSR Germany werden auch die Aktivitäten des "AAuV" des BSI umfassend dargestellt. Auch für die Mitgliedsunternehmen des BSI bedeutet verantwortliches Handeln die Sicherung ihrer Zukunftskompetenz und Innovationskraft.

BDI und BDA flankieren das Engagement der Unternehmen durch die politische Interessenvertretung auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Bei dieser Interessenvertretung gilt das Leitprinzip: Unternehmen sind die Gestalter von CSR. Je nach Branche, Größe und geografischem Umfeld sind sie es, die für ihre speziellen Bedürfnisse geeigneten CSR-Strategien freiwillig entwickeln und dafür stehen, dass die von ihnen gesetzten Grundsätze zur Nachhaltigkeit im Umwelt- und Sozialbereich an ihren Standorten in der Welt eingehalten werden.

Die Internetseite www.csrgermany.de wurde bis Ende 2010 überarbeitet. Des Weiteren beteiligen sich neben der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) auch die beiden Verbände Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) an der Internetseite der deutschen Wirtschaft.

Das Internet-Portal CSR-Germany soll diese politische Argumentation der Verbände und Unternehmen unterstützen.

Zum weierlesen folgenden Link anklicken:
http://www.bsi-bonn.de/alkoholpolitik

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